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Donnerstag, 17. Juli 2003
Am heutigen Donnerstag fand nach einer Meldung der Online-Zeitung welt.de vor dem I. Zivilsenat des BGH die mündliche Verhandlung in einem Rechtsstreit zwischen der Verlagsgruppe Handelsblatt und der Nachrichten-Suchmaschine paperboy.de
Der Verlag beanstandet die Nutzung seines Online-Angebots über so genannte «deep links»: Der Dienst bot seinen Nutzern nach Eingabe eines Suchwortes eine Artikelliste, über die man gleich auf die Internetseite des Artikels gelangt - unter Umgehung der oftmals mit Werbung bestückten Homepage des jeweiligen Mediums. Ein Urteil wird an diesem Freitag erwartet.

Nach den Worten des Senatsvorsitzenden Eike Ullmann ist für den Ausgang des Verfahrens entscheidend, ob der Suchdienst als unzumutbare Beeinträchtigung der Rechte des Datenbankanbieters anzusehen ist. Er gab zu bedenken, dass in unserer Gesellschaft der «schnelle Weg zur Information im Internet» eine gewisse Bedeutung habe. Der Suchdienst fungiere hier möglicherweise nur als «Wegweiser». Dem widersprach Thomas von Plehwe, Anwalt des Verlags: «Der "deep link" ist nicht der Wegweiser, sondern der Schlüssel.» Er sieht darin eine Verletzung von Urheber- und Wettbewerbsrecht.
[Update: nun auch im Heise-News-Ticker]
[Update II: ebenfalls beim Spiegel]
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