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Mittwoch, 24. September 2003
Der Spiegel berichtet:
Der Kopftuchstreit ist beendet, zumindest juristisch. Am Mittwochmorgen hat das BVerfG entschieden, dass die muslimische Grundschullehrererin Fereshta Ludin ihr Kopftuch im Klassenzimmer einer staatlichen Schule nicht abnehmen muss - ein brisantes Urteil mit weitreichenden Folgen.
Damit hob das BVerfG die Urteile von drei Verwaltungsgerichten auf. Die Entscheidung fiel mit 5:3 Stimmen für die Aufhebung, drei Richter gaben - so der Spiegel - ein Sondervotum ab.

Update: Mittlerweile liegen auf dem Server des BVerfG das Urteil im Volltext und die dazugehörige Pressemitteilung vor.

Update II: Sascha Kremer weist nach Lektüre der Pressemitteilung und des Urteilsvolltextes zu Recht darauf hin, dass das BVerfG entgegen anderlautender Meldungen "weder der Beschwerdeführerin das Tragen des Kopftuchs im Unterricht gestattet" noch "in der Sache durch die Richter eine eindeutige Aussage getroffen" wurde. Lediglich das letztinstanzliche Urteil des BVerwG (AZ: 2 C 21.01 - Entscheidung hier) wurde aufgehoben und die Sache zur erneuten Entscheidung dorthin zurückverwiesen.
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